KIPPLAUFBÜCHSE: DIE HERAUSFORDERUNGEINES EINZELNEN, PRÄZISEN SCHUSSES


Die Kipplaufbüchse spiegelt unsere alpine europäische Jagdtradition am besten wider: Die Idee, Teil der Natur zu sein, sich von seinen Fähigkeiten und Intuition leiten zu lassen und das Wild mit einem einzigen präzisen Schuss zu erlegen. Das ist Jagd in der ursprünglichsten Art – und Jagd vom Feinsten.

Unsere Firmengeschichte ist eng verbunden mit der einläufigen Kipplaufbüchse. Wir durften dieses Modell bereits im 19. Jahrhundert für Adelsgeschlechter und das österreichische Kaiserhaus fertigen. Die archaische Tradition der Jagd verlangt beständig nach neuen Visionen. Als Pioniere sind wir herausgefordert traditiertes Handwerk und modernste Technik zu verbinden und die Faszination, die diesen uralten menschlichen Traditionen innewohnt, weiterzutragen.

Die Kunst des Brückenbaus ist gelungen: Speziell am Modell der Kipplaufbüchse wird die Experimentierfreudigkeit und Passion unseres 230-jährigen Familienbetriebes ersichtlich.

Wer war eigentlich der Visionär der den Grundstein zu unserer heutigen mitteleuropäischen Jagdausübung legte?

Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859)

Österreichischer Feldmarschall und in der Revolutionszeit von 1848/49 deutscher Reichsverweser. Gilt als großer Förderer und Modernisierer von Industrie, Landwirtschaft, Kultur- und Bildungsbereich. 1829 heiratete er die Tochter des Postmeisters von Bad Aussee, eine „Bürgerliche“, und wurde daraufhin von der Thronfolge ausgeschlossen. Wer über Reformen in der Jagd im 19. Jahrhundert recherchiert stößt unweigerlich auf ihn.

Erzherzog Johann am Hochschwab, 1839

Es war eine Zeit des politischen Umbruchs. Die Situation der Jagd war angespannt, denn bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Jagdrecht ausschließlich dem Adel vorbehalten, unter zunehmender Empörung des „einfachen Volkes“ da teilweise zu hohe Wildbestände zu großen Wildschäden führten, welche die ohnehin kargen landwirtschaftlichen Erträge schmälerten. Dies führte weitläufig zur Wildererei (die „Wildschützen“).

Andererseits waren die aristokratischen feudalen Jagdpraktiken (Riegeljagden) maßlos und dezimierten Europas Wildtiere in hoher Zahl. Wild wurde auf Pferden mit Hunden gehetzt, mit Netzen in die Enge getrieben, in Gräben gefangen. Der Jagderfolg der edlen Herren wurde gemessen an der Anzahl der erlegten Tiere.

Erzherzog Johann setzte weitreichende Reformen um, die die mitteleuropäische Jagdausübung bis zum heutigen Tage prägen. Im Jahre 1850 verfügt er: „Das Wild sollte nicht länger nur ein Gegenstand der Jagdlust sein. Neben dem Recht auf Jagd bestand nun die Verpflichtung, „das Wild zu hegen, zu schützen und mit Respekt zu behandeln“.

Er verfügte umfassende Neuregelungen mittels Reviersystemen und setzte „Berufsjäger“ ein, um den Wildbestand in seinen Revieren wieder aufzubauen. Er ließ zum Beispiel nur bestimmte Revierteile bejagen und stellte sie danach mehrere Jahre unter „Schutz“, sodass es dort keine Beunruhigung gab.

Als Vorbild für viele seiner Jagdgäste war es ihm wichtig, dass bei Gesellschaftsjagden strenge Auswahlkriterien des jagdbaren Wildes festgelegt wurden – so durfte zum Beispiel bei den „Gamsrieglern“ keine Kitzgeiß und kein Kitz geschossen werden und jeder Schütze hatte sich nur eines einläufigen Stutzens zu bedienen.

Man spricht Erzherzog Johann habe sich von den „Wildschützen“ inspirieren lassen, die heimlich zur Nahrungsbeschaffung jagten, und dafür sorgen mussten, dass das Wild im Feuer fiel und mit einem präzisen Schuß sofort getötet wurde.

Die Einläufige des Erzherzog Johann

„Mit einer Einläufigen lernt man rein schießen, seine Schüsse sparen und zur rechten Zeit abgeben“ (Erzherzog Johanns Grundsatz)

Der Vorläufer der modernen Kipplaufbüchse: eine eigens für Erzherzog Johann umgebaute Steinschlossbüchse, (Vorderlader) mit kurzem 8-Kantlauf, im Kaliber 15,5/14,2 mm (Zug/Feld). Sie besitzt bereits einen deutschen Stecher und eine aufklappbare Visiereinrichtung. Der aus Holz gefertigte Abzugsbügel, die Schaftkappe sowie die Ladestockösen sind mit Messing beschlagen, wobei die Einlegearbeiten am Lauf mit einem Silberfaden gestaltet sind.

Ihre – bis auf das Familienwappen – schlichte, elegante Ausführung repräsentiert eindrucksvoll auch die jagdliche Gesinnung und Wertschätzung gegenüber Jagd und Wildtier des Erzherzogs.

Szenenwechsel, beinahe hundert Jahre später. Wir tauchen ein in eine längst vergangene Epoche, ins historische Bad Ischl, Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I (1830–1916) – des „ewigen“ letzten Kaisers der habsburgischen Donaumonarchie (er regierte 68 Jahre). Dort traf sich alles, was gesellschaftlich Rang und Namen hatte, um mit dem Kaiser und seiner schönen Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sisi) rauschende Feste zu feiern, und die Jagd zu zelebrieren. Was ein spezielles Waffenmodell weltberühmt machte: den ISCHLERSTUTZEN.

The Kaiservilla in Bad Ischl, Upper Austria, was the summer residence of Emperor Franz Joseph I and Empress Elisabeth of Austria, known as Sisi.

The mansion is currently the residence of their great-grandson Archduke Markus Emanuel Salvator, on the pics with Johann and Ilse Fanzoj.

Der „Ischlerstutzen“

TRADITIONELL. WERTVOLL. SCHÖN.

Der „Ischlerstutzen“ wurde Ende des 19. Jahrhundert populär, als Kaiser Franz Joseph I. dieses Gewehr auf seinen Gesellschaftsjagden in Bad Ischl/Österreich präsentierte: elegant, führig und relativ leicht, und damit Welten von den damals üblichen schweren Vorderladerwaffen entfernt. Für einen gezielten Schuss in Ruhe und in günstiger Lage, auf Distanzen von ungefähr 80 m. Der im langen Vorderschaft eingebettete Achtkant Lauf war gegen Beschädigungen bei einem eventuellen Sturz geschützt. Weiter verhinderte die Vollschäftung unangenehme metallene Geräusche. Die Aristokratie war begeistert – und das Gewehr trägt seither den Namen „Ischlerstutzen“.

Kaiser Franz Joseph I., Bad Ischl 1912. Zu seiner Rechten der Urgroßvater von Johann Fanzoj senior, der den Ischler-Stutzen für den Kaiser fertigte.

Historischer Ischlerstutzen aus dem Hause Fanzoj, cal. 8×50, welcher Jahr für die Jahr die Bockjagd des Hr. Fanzoj sen. eröffnet; gefertigt damals für Kaiser Franz Joseph I.

Vor mehr als einem Jahrhundert hat unser Unternehmen diesen Ischlerstutzen für den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. gefertigt. Wir bauen diese unikale Hahn-Büchse auch heute noch. Ein handwerklicher Genuss mit nostalgischem Flair, der an vergangene Zeiten und den Ruhm der habsburgischen Monarchie erinnert.

In den letzten Jahrzehnten sind einige außergewöhnliche Ischlerstutzen aus unserer Werkstatt hervorgegangen.

LIES MEHR
-> www.fanzoj.com/de/kollektion/kipplaufbuchsen/der-ischlerstutzen

Viel Wasser ist seither den Loiblbach hinuntergeflossen. Die Zeiten haben sich gewandelt, und unser Portfolio hat sich erweitert. In unserem Familienbetrieb verschmelzen Tradition und außergewöhnliche Handwerkskunst nahtlos mit modernster Technologie, um einzigartige technische und künstlerische Meisterwerke zu schaffen. Wir bauen eine faszinierende Vielfalt an klassischen Modellen – Flinten, Büchsen, sowie mehrkalibrige Sonderanfertigungen – und arbeiten mittlerweile mit High-Tech Materialien wie Titanium und neuerdings sogar Carbon.

Unser Herz gehört immer noch der Kipplaufbüchse. Mit dem neuen Modell KB-1 ist uns eine Weiterentwicklung gelungen, die weltweit Beachtung gefunden hat. Unser Fanzoj Kipplauf KB-1 vereint hervorragende Präzision und Haltbarkeit mit Eleganz und Historie.

Dies entspricht mehr denn je dem ZEITGEIST.

LIES MEHR
-> www.fanzoj.com/de/craftsmanship-walk-4
-> www.fanzoj.com/de/kollektion/kipplaufbuchsen



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